Arbeitsgruppe: "Rissdetektion in Keramiken" (THICK)

TRIDELTA Campus / Lisa Schäfer 25.03.2025

Optimierung der Risserkennung: Erfolgreicher Kickoff-Workshop des Thüringer Innovationsclusters für Keramik (THICK).

Optimierung der Risserkennung: Erfolgreicher Kickoff-Workshop

Die Arbeitsgruppe des Thüringer Innovationsclusters für Keramik (THICK) hat sich zum Ziel gesetzt, die Methoden zur Risserkennung weiterzuentwickeln, den manuellen Aufwand zu minimieren und die Prozesse der Qualitätskontrolle in der Keramikindustrie zu optimieren.
Mit dem Kickoff-Workshop am 18. März 2025 wurde ein wichtiger Grundstein für diesen Innovationsprozess gelegt.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Workshop:
Ein zentrales Thema war der Austausch der Teilnehmenden über die derzeit eingesetzten Methoden zur Rissdetektion in ihren Unternehmen. Dabei zeigte sich, dass unterschiedliche Unternehmen verschiedene Fehlerarten verfolgen und es keinen einheitlichen Standard gibt.

Es wurde festgehalten, dass die visuelle Prüfung, wenn möglich, ganzheitlich betrachtet werden sollte. Insbesondere hat sich herausgestellt, dass sich zwei Hauptgruppen bei der Rissdetektion herauskristallisieren:

Zum einen gibt es die reine visuelle Kontrolle: Hierbei kommen je nach Unternehmen unterschiedliche Hilfsmittel wie Lupen oder Mikroskope zum Einsatz, in manchen Fällen erfolgt die Inspektion sogar ohne Hilfsmittel. Um diesen Prozess effizienter zu gestalten, wurden mögliche Verbesserungen diskutiert, darunter die automatische Bildaufnahme, die nicht nur eine bessere Ergonomie für die Prüfenden schaffen, sondern auch als Vorstufe für eine vollautomatische Kontrolle dienen könnte. Ein weiterer Ansatz ist die automatische optische Inspektion (AOI), die eine präzisere und standardisierte Risserkennung ermöglichen soll. Ein wesentlicher Grundsatz in diesem Bereich lautet jedoch: „Beleuchtung ist der Schlüssel“. Gute Bilder sind wichtiger als ein komplexer Algorithmus.

Zum anderen wurde der Farbeindringtest als bestehendes Prüfverfahren analysiert. Diese Methode ist zwar sehr präzise, jedoch auch zeitaufwendig, da die Proben zunächst eingefärbt, anschließend getrocknet und schließlich abgewaschen werden müssen. Eine zusätzliche Herausforderung besteht in der Entsorgung der Farbreste. Daher besteht der Bedarf, alternative Methoden zu finden, die eine ebenso zuverlässige, aber effizientere und umweltfreundlichere Risserkennung ermöglichen. Eine vielversprechende Option ist hier die optische Kohärenztomographie (OCT), die als präzisere und nachhaltigere Lösung für die Zukunft untersucht werden soll.

Nächste Schritte und Meilensteine:
Um die Risserkennung weiterzuentwickeln und die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zu überführen, wurden konkrete nächste Schritte definiert:

  • Austausch über NDA & Basis Saphire
  • Prüfung des OCT-Verfahrens als mögliche Alternative zu bestehenden Methoden
  • Gemeinsame Exkursion zur Control 2025 in Stuttgart im Mai, um neue Technologien zu evaluieren

Abgleich der Anforderungen & vorhandenen Wissensstände mit Partnern und Experten aus der Branche
Der Kickoff-Workshop hat gezeigt, dass es ein großes Potenzial gibt, die Risserkennung in der Keramikindustrie zu optimieren. Durch eine enge Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Technologieanbietern können innovative Lösungen entwickelt werden, die sowohl die Effizienz als auch die Präzision der Qualitätskontrolle steigern.