New Generation Oxides
Problemstellung:
Die steigenden Anforderungen an oxidkeramische Werkstoffe – insbesondere hinsichtlich Festigkeit, Zuverlässigkeit, Miniaturisierung und ressourcenschonender Herstellung – konnten mit bestehenden Technologien und Materialien nur unzureichend erfüllt werden. Hinzu kamen Limitierungen bei der Formgebung, Skalierbarkeit und Defektminimierung.
Lösungsansatz / Neuentwicklung:
Durch gezielte Dotierungsstrategien und optimierte Festkörperprozesse wurden mehrphasige Oxidkeramiken mit signifikant verbesserten mechanischen, thermischen und optischen Eigenschaften entwickelt. Neue Formgebungsverfahren wie Keramikspritzguss und Druckschlickerguss ermöglichten eine endformnahe Verarbeitung bei gleichzeitiger Ressourcenschonung. Parallel erfolgte eine prozessbegleitende Materialcharakterisierung zur gezielten Steuerung von Mikrostruktur und Performance.
Potenzial:
Die Ergebnisse bieten Einsatzpotenzial in hochanspruchsvollen Anwendungsfeldern wie Medizintechnik (Endoprothetik, Dentalimplantate), Mobilität (LiDAR-Sensoren) und Hochtemperaturtechnik. Auch für sicherheitsrelevante Applikationen im Verschleißschutz oder in der Sensorik ergeben sich neue Lösungsansätze.
Weiterentwicklung:
Zukünftige Arbeiten sollten die Übertragbarkeit der entwickelten Dotierungs- und Formgebungsstrategien auf weitere keramische Systeme vertiefen, sowie die Integration keramischer Werkstoffe in hybride Bauteile mit Funktionsintegration fokussieren. Der Ausbau robuster, digital gestützter Scale-up-Prozesse zur Markteinführung ist ein zentrales Ziel.
Beteiligte im Verbundprojekt Oxidkeramik
- Mathys Orthopädie GmbH (Verbundprojekt Koordinator)
- Moje Keramik-Implantate GmbH & Co. KG
- QSIL GmbH (Quarzschmelze)
- Leuchtstoffwerk Breitungen GmbH
- Ernst-Abbe-Hochschule Jena
- Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS Hermsdorf
- CERA SYSTEM Verschleißschutz GmbH (assoziierter Partner)
Ansprechpartner:innen:
Thomas Oberbach | mathys enovis
Sabine Begand | Fraunhofer IKTS