#MINT ambassador - Frauen in technischen Berufen am TRIDELTA CAMPUS

TRIDELTA Campus / 28.04.2022

In den Unternehmen des TRIDELTA CAMPUS arbeiten viele Frauen erfolgreich in technischen und wissenschaftlichen Berufen. Einige davon auch in Leitungspositionen. Anlässlich des Girls` Days möchten wir euch ein paar unserer #mintambassadors vorstellen. Im Kurzinterview erfahrt ihr, was sie an ihrem Job lieben und warum es eine gute Idee ist, insbesondere als Frau am Campus zu arbeiten. Im ersten Interview unserer neuen Reihe stellen wir Beate Capraro, Gruppenleiterin Keramische Folien am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, vor.


Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders gut?

An meiner Arbeit gefällt mir die Mischung aus wissenschaftlicher und administrativer Tätigkeit. Ich arbeite viel am Computer, koordiniere Projekte und deren Abwicklung in unserer Verwaltung. Aber ich bin auch häufig in unseren Laboren und Technika und forsche an konkreten Fragestellungen. Hier macht mir die Arbeit im Team besonders Spaß: WissenschaftlerInnen, LaborantInnen und TechnikerInnen arbeiten gemeinsam an einem Projekt. Die hochmoderne Forschungsinfrastruktur, die mir Fraunhofer für meine Forschungsarbeit bietet, ist ein weiterer Aspekt, der mir an meiner Arbeit besonders gut gefällt.

Was sind Ihre Haupttätigkeiten?

Ich leite am Fraunhofer IKTS die Arbeitsgruppe Keramische Folien. Neben der Personalverantwortung kann ich direkt den wissenschaftlichen Fokus unserer Arbeitsgruppe mitbestimmen und beeinflussen. Ich pflege Kontakte und tausche mich wissenschaftlich zum Beispiel auf Tagungen mit vielen Industrie- und Forschungspartnern aus und arbeite in unterschiedlichen Gremien.

Was war bisher Ihr größter Erfolg im Beruf?

Mein größter beruflicher Erfolg war zum einem die Übernahme der Gruppenleitung. Hier konnte ich Verantwortung für ein ganzes Forschungsteam übernehmen und die Arbeitsschwerpunkte aktiv bestimmen. Ein weiterer großer Erfolg war die Inbetriebnahme unseres Foliengießzentrums, das größte seiner Art in Europa.

Warum würden Sie Mädchen empfehlen, eine Ausbildung bzw. ein Studium im technischen Bereich zu wählen?

Naturwissenschaften und Technik sind interessant, spannend und bieten viele berufliche Chancen. Mädchen und Frauen sind hier noch viel zu wenig vertreten. Technik – das sind nicht nur Motoren, Maschinen und Anlagen, im Bereich der Keramik gibt es richtig interessante Anwendungen, ich möchte hier nur drei Beispiele nennen:  im medizinischen Bereich die Forschung an Zahnersatzmaterialien und Implantaten, in der Umwelt- und Verfahrenstechnik die Abwasserreinigung und im Bereich der E-Mobilität die Forschung an Li-Ionen-Batterien. Diese Anwendungen tragen nachhaltig zur Verbesserung der Lebensqualität und zum Klimaschutz bei. Viele reden darüber, aber in wir können ganz konkret etwas zu einer positiven Entwicklung beitragen.

Sie arbeiten bei einem Unternehmen am TRIDELTA CAMPUS. Welche Chancen haben Frauen in technischen Berufen am Hightech Standort für Hochleistungskeramik?

Bei uns am Institut haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer, für den TRIDELTA CAMPUS gilt das sicher ganz genauso. Ich denke aber, Männer dominieren hier immer noch das Bild, das liegt aber nicht an geringeren Chancen für Frauen, sondern daran, dass weniger Frauen technische Berufe erlernen oder technische Studiengänge wählen. Hier muss sich etwas ändern, wir Frauen müssen da präsenter werden und das beginnt bereits in der Schule. Deswegen sind Formate wie der Girls‘ Day so wichtig. Mädchen können „MINT“ genauso gut, wie Jungs – sie müssen es sich nur zutrauen. Bei Fraunhofer unterstützt zudem das TALENTA Programm junge Forscherinnen auf ihrem Karriereweg, egal ob Sie ihn gerade beginnen oder schon bereit sind, Führungsaufgaben zu übernehmen.